Schmerzverständnis
Schmerz verstehen – der erste Schritt zur Besserung
Schmerzen sind ein komplexes, aber wichtiges Warnsignal unseres Körpers. Sie zeigen uns, dass etwas nicht stimmt – und helfen, Verletzungen oder Erkrankungen zu erkennen.
Doch Schmerzen sind nicht alle gleich: akute und chronische Schmerzen unterscheiden sich deutlich in Ursache, Funktion und Behandlung.
Eine gute Schmerztherapie beginnt immer mit einem klaren Verständnis darüber, was Ihren Schmerz auslöst und aufrechterhält. Denn nur wer seinen Schmerz versteht, kann aktiv daran mitwirken, ihn zu lindern.
Unterschiede zwischen akuten und chronischen Schmerzen
| Merkmal | Akuter Schmerz | Chronischer Schmerz |
|---|---|---|
| Funktion | Warnsignal des Körpers – schützt vor weiteren Schäden | Eigenständige Erkrankung – verliert seine Schutzfunktion |
| Dauer | Kurzzeitig, klingt mit Heilung der Ursache ab | Länger als 3 Monate, oft unabhängig von der ursprünglichen Ursache |
| Ursache | Eindeutig (z. B. Verletzung, Entzündung) | Vielschichtig, oft mehrere Faktoren beteiligt |
| Behandlung | Fokussiert auf die Ursache (z. B. Wundheilung, Entzündungshemmung) | Umfassend und ganzheitlich (medizinisch, psychologisch, physiotherapeutisch) |
| Ziel | Schnelle Schmerzlinderung und Heilung | Verbesserung der Lebensqualität und Schmerzbewältigung |
Schmerzerhaltende Kontextfaktoren
Chronische Schmerzen werden häufig durch begleitende oder verstärkende Einflüsse aufrechterhalten. Diese sogenannten Kontextfaktoren können sowohl körperlich als auch seelisch oder sozial bedingt sein:
- Stress und Überlastung im Alltag oder Beruf
- Bewegungsmangel oder Fehlbelastungen
- Schlafstörungen und Erschöpfung
- Angst vor Bewegung oder Schmerzverstärkung
- Depressive Verstimmung oder Hoffnungslosigkeit
- Konflikte oder ungelöste emotionale Belastungen
Unser Ansatz: Verständnis schafft Veränderung
Schmerz betrifft immer den ganzen Menschen – Körper und Seele. Häufig treten psychische Begleiterkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen gemeinsam mit chronischen Schmerzen auf. Sie können die Schmerzverarbeitung beeinflussen und die Heilung erschweren.
In unserer Praxis bieten wir Ihnen ein sicheres und wertschätzendes Umfeld, in dem Sie offen über Ihre Beschwerden und Belastungen sprechen können. Gemeinsam identifizieren wir Ihre einwirkenden Faktoren, sprechen sie an und entwickeln Strategien, um sie bestmöglich zu beseitigen.
Denn: Nur wenn Sie Ihren Schmerz verstehen, können Sie ihn erfolgreich besiegen.
Schmerz-Management
Das Unterlindener Schmerzbewältigungsprogramm wurde zur systematischen Diagnostik und Behandlung therapieresistenter, chronischer Schmerzerkrankungen entwickelt.
Voraussetzung für die erfolgreiche Behandlung chronischer Schmerzen ist die Kenntnis ihrer Ursachen und Entstehung. Regelhaft findet man bei therapieresistenten Beschwerden das Versagen organischer oder psychischer Regulationsmechanismen durch nicht kompensierte Belastungen, Erkrankungen, Alterung und Degeneration.
Eine rein symptomatische Behandlung ohne Kenntnis und Berücksichtigung von schmerzauslösenden und -unterhaltenden Faktoren erscheint für den Arzt und seinen Patienten bequem, reduziert aber die Möglichkeiten und Erfolge einer sinnvollen Schmerztherapie deutlich.
Für die Behandlung und Überwindung chronischer Schmerzen ist gleichermaßen das Verständnis des Patienten für die eigene Schmerzerkrankung, für diagnostische und therapeutische Maßnahmen sowie dessen Bereitschaft für die Entwicklung von Eigenaktivitäten zur Schmerzbewältigung von entscheidener Bedeutung.
Unterlindener Schmerzbewältigungsprogramm
- Bio-psycho-soziale Schmerzdiagnostik
- Allgemeine und spezielle Schmerzinformation
- Medikamentöse Schmerztherapie
- Adjuvante Schmerztherapie
- Psychotherapeutische Schmerztherapie
- Physiotherapie
- Patientenaktivitäten zur Schmerztherapie
- Schmerzemanzipation

